So kommst du zum Dokument
Was bekommst du wann? Während des Jahres schickt dir die Steuerverwaltung meist eine provisorische Rechnung, die auf deiner letzten Veranlagung oder Steuererklärung beruht. Nach der Prüfung deiner Steuererklärung folgt die definitive Veranlagung mit der Schlussrechnung. Die direkte Bundessteuer wird in der Regel am 1. März des Folgejahres fällig.
Nicht mehr auffindbar? Die Steuerverwaltung deines Kantons stellt Kopien aus. Viele Kantone haben ein Online-Portal, in dem du Veranlagungen und Rechnungen herunterladen kannst.
Typisches Muster: Jeder Kanton gestaltet Veranlagung und Rechnung anders, manche trennen die beiden Dokumente. Die Beträge im Muster sind erfunden und haben nichts mit einem bestimmten Kanton zu tun.
Das Muster mit Markierungen
Bild seitlich verschieben. Tippe eine Markierung an, dann springst du zur Erklärung.
Das bedeuten die Markierungen
Markierung 1: Steuerjahr und Art der Rechnung
Das Steuerjahr, für das die Rechnung gilt, und ob sie provisorisch oder definitiv ist. Eine provisorische Rechnung ist eine Schätzung, die du bezahlst, bevor deine Steuererklärung geprüft ist. Die definitive Rechnung rechnet alles genau nach und verrechnet, was du schon bezahlt hast.
Markierung 2: Steuerbares Einkommen
Dein Einkommen nach Abzügen, auf dem die Steuer berechnet wird. Ausgangspunkt ist der Nettolohn aus dem Lohnausweis, Ziffer 11. Davon gehen die Abzüge weg, zum Beispiel Berufsauslagen, Beiträge an die Säule 3a und Versicherungsprämien. Im Muster bleiben CHF 71'000.
Vergleiche diese Zahl mit deiner Steuererklärung. Weicht sie ab, steht die Begründung meist auf der Veranlagungsverfügung.
In Geldfuchs: Prüfe deine Abzüge im Steuer-Cockpit. Modul Steuern ↗
Markierung 3: Satzbestimmendes Einkommen
Das Einkommen, das den Steuersatz bestimmt. Im Normalfall ist es dasselbe wie das steuerbare Einkommen. Es unterscheidet sich zum Beispiel, wenn du Einkünfte hast, die in der Schweiz nicht besteuert werden, die aber den Satz erhöhen, etwa Einkommen aus dem Ausland oder bestimmte Liegenschaften. Wer nur teilweise in der Schweiz steuerpflichtig ist, bezahlt auf einem Teil den Satz des gesamten Einkommens.
Markierung 4: Steuerbares und satzbestimmendes Vermögen
Dein Vermögen am 31. Dezember nach Abzug der Schulden und nach Freibeträgen. Die Kantone und Gemeinden erheben darauf eine Vermögenssteuer, der Bund nicht. Auch hier kann das satzbestimmende vom steuerbaren Vermögen abweichen. Kleine Vermögen sind oft ganz steuerfrei.
In Geldfuchs: Trag dein Vermögen ein, dann siehst du, wie es sich entwickelt. Meine Angaben › Steuern ↗
Markierung 5: Staatssteuer (Kantonssteuer)
Die Steuer deines Kantons auf Einkommen und Vermögen. Der Kanton legt den Tarif fest. Je nach Kanton heisst sie auch Kantonssteuer oder einfache Steuer. Der Betrag hängt vom Kanton ab: Dieselbe Familie bezahlt in verschiedenen Kantonen sehr unterschiedlich viel.
Markierung 6: Gemeindesteuer
Die Steuer deiner Wohngemeinde. Meist wird sie als Prozentsatz der einfachen Staatssteuer berechnet. Dieser Prozentsatz heisst Steuerfuss und ändert sich von Gemeinde zu Gemeinde. Ein Umzug in die Nachbargemeinde kann deine Rechnung merklich verändern.
Markierung 7: Kirchen- und Personalsteuer
Die Kirchensteuer bezahlst du nur, wenn du einer Landeskirche angehörst. Manche Kantone und Gemeinden erheben zusätzlich eine kleine Personalsteuer, die nicht vom Einkommen abhängt. Prüfe, ob die Posten zu deiner Situation passen.
Markierung 8: Direkte Bundessteuer
Die Steuer des Bundes, die der Kanton für ihn einzieht. Sie wird nur auf dem Einkommen erhoben, nicht auf dem Vermögen, und der Tarif ist für die ganze Schweiz gleich (DBG). Bei mittleren Einkommen ist sie meistens kleiner als Staats- und Gemeindesteuer.
Markierung 9: Total der Steuern
Die Summe aller Steuern des Jahres: im Muster CHF 8'477.10. Teile die Zahl durch 12, dann weisst du, wie viel du jeden Monat zurücklegen solltest.
In Geldfuchs: Der Steuertopf legt die Summe für dich zur Seite. Modul Steuern ↗
Markierung 10: Bereits bezahlt
Alles, was du auf dieses Steuerjahr schon bezahlt hast: provisorische Rechnungen, Raten, Akontozahlungen. Prüfe, ob alle deine Zahlungen aufgeführt sind. Fehlt eine, melde dich bei der Steuerverwaltung und leg den Zahlungsbeleg bei.
Markierung 11: Saldo
Was übrig bleibt: Total minus bereits bezahlt. Ist der Saldo zu deinen Lasten, bezahlst du ihn innerhalb der Zahlungsfrist. Ist er zu deinen Gunsten, bekommst du Geld zurück oder es wird mit der nächsten Rechnung verrechnet. Im Muster sind es CHF 377.10 zu deinen Lasten. Verspätete Zahlungen kosten Verzugszins.
Markierung 12: Rechtsmittelbelehrung
Hier steht, wie du dich gegen die Veranlagung wehren kannst. In der Regel hast du 30 Tage ab Zustellung Zeit, schriftlich Einsprache zu erheben (Art. 132 DBG, Art. 48 StHG). Wer die Frist verpasst, kann die Veranlagung später kaum noch ändern. Eine Einsprache befreit dich nicht automatisch von der Zahlung. Frag im Zweifel bei der Steuerverwaltung nach.
Häufige Fehler
- Provisorische und definitive Rechnung verwechseln. Prüfe oben auf der Rechnung, welche du vor dir hast (Markierung 1).
- Die Frist für die Einsprache verpassen. Sie läuft ab Zustellung. Notiere dir das Datum, sobald die Veranlagung eintrifft (Markierung 12).
- Den Saldo mit der Steuer des Jahres verwechseln. Der Saldo ist nur der Rest. Die Steuer des Jahres ist das Total (Markierung 9).
- Die Veranlagung nicht mit der Steuererklärung vergleichen. Abweichungen findest du nur, wenn du nachschaust. Eine kurze Prüfung lohnt sich.
- Nichts zurücklegen. Teile die Steuer durch 12 und leg monatlich Geld zur Seite, dann trifft dich die Rechnung nicht unvorbereitet.
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Was ist der Unterschied zwischen steuerbarem und satzbestimmendem Einkommen?
Das steuerbare Einkommen ist die Basis, auf der die Steuer berechnet wird. Das satzbestimmende Einkommen bestimmt den Steuersatz. Im Normalfall sind beide gleich. Sie unterscheiden sich vor allem bei Auslandeinkommen und teilweiser Steuerpflicht.
Wie lange habe ich Zeit für eine Einsprache?
In der Regel 30 Tage ab Zustellung der Veranlagung (Art. 132 DBG, Art. 48 StHG). Die genaue Frist steht in der Rechtsmittelbelehrung deiner Veranlagung.
Warum kommt die Rechnung, bevor die Steuererklärung geprüft ist?
Die provisorische Rechnung beruht auf deiner letzten Veranlagung oder Steuererklärung. Sie wird später mit der definitiven Rechnung verrechnet. Wer zu viel bezahlt hat, bekommt Geld zurück, wer zu wenig, bezahlt nach.
Quellen
- Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11)
- Steuerharmonisierungsgesetz (StHG, SR 642.14)
Stand Oktober 2026. Alle Namen, Nummern und Beträge im Muster sind erfunden. Die Seite erklärt typische Dokumente und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Massgebend sind dein Dokument, das Reglement deiner Kasse und die Vorschriften deines Kantons.