Inflationsrechner
Dein Kontostand bleibt gleich, deine Kaufkraft nicht. Berechne, wie viel dein Erspartes in 10, 20 oder 30 Jahren noch wert ist, wenn es zu fast 0% Zins auf dem Konto liegt.
Kontostand vs. Kaufkraft
Hinweis: Modell mit konstanter Inflations- und Zinsrate, die echte Teuerung schwankt von Jahr zu Jahr. Deine persönliche Teuerung hängt von deinem Warenkorb ab, die drei Szenarien sind Orientierungswerte. Quellen: BFS (LIK-Jahresteuerung, Prämienindex KVPI), BAG (mittlere Krankenkassenprämien 2023 bis 2026). Keine Anlageberatung.
Inflation und Kaufkraft: den Rechner richtig nutzen
Was der Rechner rechnet
Der Inflationsrechner stellt zwei Entwicklungen nebeneinander, die im Alltag oft verwechselt werden. Die erste ist der nominale Kontostand: dein Erspartes, Jahr für Jahr mit dem Kontozins hochgerechnet. Die zweite ist die reale Kaufkraft: derselbe Betrag, zusätzlich um die jährliche Teuerung abgewertet. Sie zeigt, was du dir mit dem Geld zu heutigen Preisen noch leisten könntest. Die Differenz zwischen den beiden Kurven ist dein Kaufkraftverlust.
Wie stark dieser Effekt über lange Zeiträume wird, zeigt ein Beispiel mit dem mittleren Szenario: Bei 1.4% Teuerung pro Jahr verlieren CHF 100'000 auf dem Konto in 20 Jahren knapp einen Viertel ihrer Kaufkraft, die Restkaufkraft liegt bei rund CHF 75'700. Auf dem Kontoauszug ist davon nichts zu sehen, der Betrag steht unverändert da. Genau darum ist der Rechner nützlich: Er macht den stillen Verlust als Zahl und als Kurve sichtbar.
So wählst du deine Eingaben
Vier Eingaben bestimmen das Ergebnis. So setzt du sie sinnvoll:
- Erspartes: Nimm den Betrag, der tatsächlich längerfristig auf dem Konto liegt, nicht das Geld, das du im Lauf des Monats ohnehin ausgibst.
- Kontozins: Trage den effektiven Zins deines Spar- oder Privatkontos ein und runde nicht optimistisch auf. Viele Konten liegen nahe bei 0%.
- Inflation: Die drei Szenarien decken den Schweizer Erfahrungsbereich ab: 0.6% für den langfristigen Durchschnitt, 1.4% für die letzten fünf Jahre, 2.0% für die spürbare Teuerung inklusive Krankenkassenprämien. Was hinter den drei Werten steckt, erklären die häufigen Fragen weiter unten.
- Zeitraum: Wähle den Horizont, bis du das Geld voraussichtlich brauchst, etwa bis zu einem grösseren Kauf oder bis zur Pensionierung. Je länger der Zeitraum, desto stärker fällt derselbe Prozentsatz ins Gewicht.
Die Einordnung für die Schweiz
Die Schweiz hat im internationalen Vergleich tiefe Inflationsraten. Das klingt beruhigend, greift aber zu kurz: Entscheidend ist nicht die Inflationsrate allein, sondern der Abstand zwischen Zins und Teuerung. Weil auch die Schweizer Sparzinsen tief sind, bleibt dieser Abstand für Kontoguthaben häufig negativ. Über einzelne Jahre ist das verkraftbar, über Jahrzehnte summiert es sich, denn der Verlust wirkt wie ein umgekehrter Zinseszins.
Dieselbe Mechanik lässt sich umdrehen: Was die Teuerung gegen dich rechnet, rechnet eine Rendite über der Teuerung für dich. Wie gross dieser Effekt in die andere Richtung ist, kannst du im Zinseszinsrechner durchspielen.
Der schnellste Weg zu deiner eigenen Antwort führt über den Rechner oben: Setz deinen Kontostand, den effektiven Zins und ein Szenario ein, das zu deiner Situation passt, und vergleiche zwei oder drei Zeiträume. So siehst du in Franken statt in Prozenten, was das Warten auf dem Konto dich kostet.
Häufige Fragen zur Inflation
Wie hoch ist die Inflation in der Schweiz?
Offiziell (Landesindex der Konsumentenpreise LIK, BFS): 2021 bis 2025 im Schnitt rund 1.4 % pro Jahr (0.6, 2.8, 2.1, 1.1 und 0.2 %), die Jahre 2022/2023 waren der Ausreisser nach oben. Langfristig, über die letzten 25 Jahre, lag die Teuerung dagegen nur bei rund 0.6 % pro Jahr. Darum bieten wir dir drei Szenarien an: Wähle das, das zu deinem Zeithorizont und deiner Situation passt.
Warum schlagen wir 2.0 % als Ausgangswert vor?
Weil der offizielle LIK die Teuerung, wie sie viele Haushalte erleben, aus drei belegbaren Gründen unterzeichnet. Erstens: Die obligatorischen Krankenkassenprämien fehlen im LIK komplett, das BFS führt sie bewusst im separaten Prämienindex KVPI. Sie stiegen 2023 bis 2026 aber um 4.4 bis 8.7 % pro Jahr; bei einem Prämienanteil von 8 bis 12 % des Einkommens (Haushalte unter dem Medianeinkommen) sind das rund 0.4 bis 0.6 Prozentpunkte zusätzliche Teuerung pro Jahr. Zweitens: Wer umzieht, zahlt Marktmiete: Die Angebotsmieten stiegen 2022 bis 2025 um rund 12.5 %, der Bestandsmieten-Index im LIK nur um 8 bis 9 %. Drittens: Alltagsgüter wie Lebensmittel und Energie stiegen zeitweise stärker als der Gesamtindex, während billiger werdende Elektronik ihn leicht drückt. LIK (1.4 %) plus Prämien-Effekt ergibt für Mieterhaushalte unter dem Median realistisch rund 2 % pro Jahr. Noch höhere Dauerwerte wie 2.5 bis 3 % sind mit Schweizer Daten nicht belegbar, einzelne Jahre (2023) oder Sonderfälle (Umzug in eine Neumiete, keine Prämienverbilligung) können sie aber erreichen. Quellen: BFS (LIK, KVPI), BAG (mittlere Prämien), Homegate-Mietindex.
Warum verliert mein Sparkonto real an Wert?
Liegt der Kontozins unter der Inflation, ist der Realzins negativ: Der Kontostand bleibt gleich oder wächst minim, aber die Preise steigen schneller. Mit demselben Betrag kannst du dir jedes Jahr etwas weniger kaufen, ohne dass auf dem Konto eine einzige Bewegung sichtbar wäre. Genau darum fühlt sich der Verlust nach nichts an, er ist aber real.
Ist mein Geld auf dem Konto nicht «sicher»?
Nominal ja: Der Betrag schwankt nicht und ist bis CHF 100'000 pro Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Real nein: Die Kaufkraft sinkt Jahr für Jahr um die Differenz zwischen Inflation und Zins. Es gibt also zwei Risiken, Wertschwankung und Kaufkraftverlust, und das Konto schützt nur vor dem ersten.
Wie schütze ich mein Erspartes vor der Inflation?
Der Notgroschen (3 bis 6 Monatsausgaben) gehört trotz Inflation aufs Konto, seine Aufgabe ist Verfügbarkeit, nicht Rendite. Beträge darüber lassen sich langfristig breit gestreut investieren, zum Beispiel mit ETFs oder einer Säule-3a-Wertschriftenlösung. Wie stark Zinseszins über die Jahre wirkt, zeigt dir unser Zinseszinsrechner, die Gegenrechnung zu dieser Seite. Keine Anlageberatung.
Wie viel liegt bei dir brach?
Geldfuchs zeigt dir, wie viel deiner Liquidität über dem Notgroschen liegt und was dich das rechnerisch pro Jahr kostet, mit deinen echten Zahlen.