FIRE-Rechner
Ab welchem Kapital decken die Erträge deine Lebenshaltungskosten? Der Rechner zeigt dein Zielkapital und wie lange es bis dorthin dauert, mit Sparrate, Inflation und wahlweise Steuern. Schweizer Format, ohne Anmeldung.
Kapital und Zielkapital im Verlauf
Wie stark hängt alles an der Entnahmerate?
Dieselben Eingaben, nur die Entnahmerate variiert. Achte auf die Richtung: Je höher die Rate, desto weniger Kapital brauchst du, weil derselbe Frankenbetrag dann ein grösserer Anteil deines Vermögens sein darf. Du bist also früher am Ziel, trägst dafür aber mehr Risiko, dass das Geld nicht ein Leben lang reicht.
| Entnahmerate | Zielkapital (heutige Kaufkraft) | Dauer | Erreicht | Sicherheitspuffer |
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Hinweis: Ein vereinfachtes Modell mit konstanter Rendite. Echte Märkte schwanken, und gerade zu Beginn der Entnahmephase können schlechte Jahre stark nachwirken. Steuern fliessen nur so weit ein, wie du sie im Feld «Steuern pro Jahr» einträgst. Keine Anlageberatung.
Finanzielle Unabhängigkeit: So nutzt du den Rechner richtig
Was der Rechner rechnet
Hinter der Frage «ab wann reicht mein Kapital» steckt eine einfache Division: Jahresausgaben geteilt durch die Entnahmerate ergibt das Zielkapital, oft FIRE-Zahl genannt. Bei CHF 3'200 Ausgaben pro Monat sind das CHF 38'400 im Jahr, und bei 4% Entnahmerate brauchst du dafür CHF 960'000. Der Rechner nimmt dieses Ziel und lässt dein heutiges Kapital mit deiner Renditeannahme wachsen, Monat für Monat, deine Sparrate kommt dazu. Sobald die Kurve das Ziel schneidet, bist du rechnerisch durch.
Der Unterschied zu einer Serviette: Das Ziel steht nicht still. Weil deine Ausgaben mit der Inflation steigen, wächst auch das nötige Kapital. Der Rechner zeigt dir deshalb zwei Linien, dein Kapital und ein mitwachsendes Ziel. Genau diese Schere erklärt, warum eine reine Zinseszinsrechnung den Zeitpunkt regelmässig zu früh ansetzt.
Die Entnahmerate ist die wichtigste Annahme
Die bekannte 4%-Regel stammt aus US-Studien mit einem Aktien-Anleihen-Portfolio und einem Zeithorizont von 30 Jahren. Wer mit 45 aufhört, plant aber eher 45 Jahre. Deshalb rechnen viele vorsichtiger, mit 3 bis 3.5%. Die Tabelle unter dem Chart zeigt dir live, was das ausmacht: Zwischen 3% und 5% liegt beim Zielkapital fast der Faktor zwei. Wichtig ist dabei die Richtung: Eine höhere Entnahmerate senkt das nötige Kapital, weil derselbe Frankenbetrag dann ein grösserer Anteil deines Vermögens sein darf. Du bist damit früher am Ziel, kaufst dir das aber mit Risiko. Umgekehrt gilt: Wer die volle erwartete Rendite entnimmt, also etwa 7% bei einer 7%-Annahme, hat null Puffer für schlechte Börsenjahre und lebt in Verlustphasen aus der Substanz.
Zwei weitere Stellschrauben lohnen sich zum Ausprobieren. Erstens die Sparrate: Sie verkürzt die Dauer meist stärker als eine optimistischere Rendite, und sie ist die einzige Grösse, die du selbst kontrollierst. Zweitens die Ausgaben: Jeder Hunderter weniger pro Monat senkt das Zielkapital bei 4% um CHF 30'000.
Was in der Schweiz anders läuft
Kapitalgewinne auf Privatvermögen sind steuerfrei, Dividenden und Zinsen dagegen einkommenssteuerpflichtig, dazu kommt die kantonale Vermögenssteuer. Deine Steuerlast im Ruhestand hängt also stark davon ab, ob dein Portfolio ausschüttet oder thesauriert, und in welchem Kanton du wohnst. Trag deine Schätzung im Feld «Steuern pro Jahr» ein, dann rechnet der Rechner sie zu den Ausgaben dazu, mit 0 bleibst du bewusst steuerfrei.
Ein Punkt, den internationale FIRE-Rechner nicht kennen: Wer systematisch von realisierten Kursgewinnen lebt, riskiert die Einstufung als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler, und dann sind die Gewinne plötzlich steuerbar. Wer ruhig hält und Ausschüttungen verbraucht, ist auf der sicheren Seite. Und schliesslich: Trag nur frei verfügbares Kapital ein. Pensionskasse und Säule 3a sind bis kurz vor dem Referenzalter gebunden, sie tragen erst danach zu deinem Einkommen bei und senken dann den Kapitalbedarf spürbar. Wie dieser zweite Teil aussieht, rechnet der Pensionierungs-Rechner durch, die Steuer beim späteren Kapitalbezug findest du im Kantonsvergleich.
Am schnellsten bekommst du ein Gefühl dafür, indem du oben zwei Zahlen variierst: die Entnahmerate und deine Sparrate. Dazwischen liegt meistens ein Jahrzehnt Unterschied.
Häufige Fragen zur finanziellen Unabhängigkeit
Was ist die FIRE-Zahl?
Das Kapital, ab dem die Erträge deine Lebenshaltungskosten decken: Jahresausgaben geteilt durch die Entnahmerate. Bei CHF 38'400 Ausgaben und 4% Entnahmerate sind das CHF 960'000, oft als «das 25-Fache der Jahresausgaben» beschrieben.
Ist die 4%-Regel für die Schweiz brauchbar?
Als Faustregel ja, als Garantie nein. Sie stammt aus US-Studien über 30 Jahre. Wer früher aufhört, plant länger und rechnet besser mit 3 bis 3.5%. Probier die Entnahmerate im Rechner durch, die Szenario-Tabelle zeigt den Unterschied sofort.
Sind Schweizer Steuern berücksichtigt?
Nur so weit, wie du sie einträgst. Das Feld «Steuern pro Jahr» addiert einen geschätzten Betrag zu deinen Ausgaben, mit 0 rechnest du bewusst ohne. In der Schweiz sind Kapitalgewinne auf Privatvermögen steuerfrei, Dividenden und Zinsen aber einkommenssteuerpflichtig, dazu kommt die kantonale Vermögenssteuer.
Zählen Pensionskasse und Säule 3a mit?
Nein, trag nur frei verfügbares Kapital ein. Beide Guthaben sind bis kurz vor dem Referenzalter gebunden und stehen für eine frühe Entnahmephase nicht zur Verfügung. Danach senken sie deinen Kapitalbedarf deutlich, das rechnet der Pensionierungs-Rechner durch.
Warum sinkt das Zielkapital, wenn ich die Entnahmerate erhöhe?
Weil die Entnahmerate im Nenner steht: Zielkapital ist Jahresausgaben geteilt durch Entnahmerate. Deine Ausgaben bleiben gleich, die Rate sagt nur, welchen Anteil deines Vermögens dieser Betrag ausmachen darf. Bei 3% müssen CHF 38'400 gerade 3% sein, das braucht CHF 1'280'000. Bei 5% genügen CHF 768'000. Das kleinere Zielkapital erkaufst du dir aber mit Risiko: Je näher die Entnahme an der erwarteten Rendite liegt, desto weniger Puffer bleibt für schlechte Börsenjahre.
Warum steigt das Zielkapital im Chart?
Weil deine Ausgaben mit der Inflation mitwachsen. Bei 1.5% Teuerung brauchst du in 20 Jahren rund einen Drittel mehr Kapital für denselben Lebensstandard. Setz die Inflation auf 0, wenn du rein in heutiger Kaufkraft rechnen willst.
Rechne mit deinen echten Zahlen
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